Skip to content

Netzneutralität erneut unter Beschuss

Netzneutralität "Die Suchmaschinen nutzen unser Netz, ohne dass sie irgendetwas dafür bezahlen", beklagte sich Telefónica-Präsident César Alierta im Februar. "Wir können nicht alles umsonst anbieten […] zahlen müssen diejenigen, die die Netze stark beanspruchen", so René Obermann am 18.3. im Manager Magazin. Nun legt Telefónica erneut nach: ebenfalls im Manager Magazin kündigt René Schuster, seines Zeichens Landeschef, an, Telefónica werde die Übermittlung datenintensiver Dienste (künftig) nur gegen Bezahlung zulassen:
Umsatzbeteiligungen sind eine Möglichkeit, die wir auch schon mit Content-Anbietern erfolgreich umsetzen. Darüber hinaus könnten wir künftig für Internet-Unternehmen beispielsweise auch die Zahlungsbeziehung zum Kunden herstellen - und damit hinzuverdienen.

Die Bedeutung von Netzneutralität

Zunächst sei Netzneutralität definiert als die gleichberechtigte und unveränderte Übertragung von Daten im Internet durch die Access-Provider. Problematisch an der Verletzung dieser Neutralität ist u.a. die potentielle Schlechterstellung nicht zahlungsfähiger (weil beispielsweise kleiner) Anbieter. Die Ankündigung einer Session zum Thema auf der diesjährigen re:publica bringt dieses Problem auf den Punkt:
Hätte die Garagenfirma Google in den 1990er Jahren eine Chance gehabt, die damalige Marktführerin Altavista zu verdrängen, wenn die Deutsche Telekom ihren Kunden damals ausschliesslich die Suche mit Altavista angeboten hätte?
Ebenfalls auf der re:publica ging US-Rechtsprofessor Tim Wu noch einen Schritt weiter indem er die Bedeutung von Netzneutralität als wichtiges Instrument gegen Zensur hervorhob:
Die Netzneutralität ist so wichtig für die Meinungsfreiheit wie der erste Verfassungszusatz der US-Verfassung
Weiterführende Informationen zum Thema Netzneutralität gibt es bei CARTA, La Quadrature du Net und der Electronic Frontier Foundation

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Formular-Optionen
tweetbackcheck